Philosophy (English translation asap.)



Jahrhunderte lang war die Kartographie eng mit den bildenden Künsten verbunden: Maler wie Leonardo da Vinci und Dürer schufen auch Karten und umgekehrt folgten die Kartographen ästhetischen Prinzipien, die denen der Veduten- und Landschaftsmalerei verwandt waren. Doch trotz aller Gemeinsamkeit unterlagen Karten und Gemälde schon in der Blütezeit der Kartographie im 16. Jahrhundert unterschiedlichen Paradigmen. Mit dem im 18. Jahrhundert aufkommenden Anspruch auf Objektivität verschärfte sich diese Differenz und erreichte mit der Verwissenschaftlichung der Kartographie im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Die Karte galt nun als ein neutrales, allein objektiven Kriterien verpflichtetes Medium, das dem Kunstwerk diametral entgegensteht. Dass diese Neutralität der Effekt einer komplexen Rhetorik ist und dass eine Karte stets implizite Deutungen und Wertungen enthält, folglich spezifische Weltbilder (re)produziert und Machtansprüche geltend macht, hat die kritische Geographie der letzten Jahrzehnte aufgezeigt. Seither ist das Verhältnis von Kartographie und Kunst wieder zum Gegenstand der Reflexion geworden.

Kommentar zur Ringvorlesung "Kartographie zwischen Kunst und Wissenschaft"

an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, WS 2014

Mit den heutigen interaktiven Möglichkeiten der Kartographie verschmelzen Wissenschaft, Kunst und Journalismus zu einem vollkommen neuen Kommunikationsträger. Die Karte im Hintergrund ist zwar noch immer das altbewährte, präzise und zuverlässige Orientierungsmittel.

Doch die darüber gelegten Ebenen haben es in sich - jeglicher Inhalt in Gestalt von Punkt, Linie oder Fläche lässt sich individuell in Form und Farbe gestalten und mit beliebigen Informationen, Verknüpfungen und Medien anreichern. Historische Karten lassen sich darüber hinaus passgenau über aktuellen Karten platzieren.
ArcGis Online und Storymaps von ESRI sind multimediale Präsentationsrahmen für Web-Karten. Hier können Texte, Bilder, Videos und Tondokumente mit den jeweiligen Karten zu einem Journal, einer Tour oder einer Serie zusammengefügt werden. Selbst komplexeste Themen werden mit diesem Werkzeug leicht verständlich und übersichtlich vermittelt. Der Phantasie sind hierbei fast keine Grenzen gesetzt.
Aber schauen Sie doch selbst - unsere Storymaps sprechen für sich.


Stephan Hormes & Silke Peust