Spuren der Zeiten in Hamburg


Empirische Studie zur "Räumlichen Identität"

Das Kartenwerk

"Spuren der Zeiten in Hamburg"

Interaktive Karten

(Beispiele Hamburg)

Pressespiegel



DAS PROJEKT

"Spuren der Zeiten in Deutschland"


Was: "Spuren der Zeiten in Deutschland" ist ein Projekt zur Erfassung, Klassifizierung und interaktiver Visualisierung des gesamten historischen Gebäude- und Denkmalbestandes in Deutschland auf der Basis einer nationalen Geo-Datenbank.

Vorrangige Ziele sind hierbei die Bewusstseinsbildung für räumliche Identität sowie die Schließung der Lücke zwischen den Denkmalbehörden der Bundesländer.


Warum: Die Zäsur des Zweiten Weltkrieges und die darauf folgende Phase des Wiederaufbaus führte sowohl zu einer irreversiblen Fragmentierung eines Großteils der Stadtkörper in Deutschland, als auch zu einem eklatanten Verlust raumbezogener Identität und Urbanität.

Diesbezüglich besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen Vierteln bzw. Ensembles mit historischer Stadtmorphologie (im Sinne von Kleinteiligkeit und Nutzungsmischung) und deren Wahrnehmung seitens seiner Bewohner und Besucher als atmosphärisch, stimmungsvoll und lebendig.

 

"Spuren der Zeiten in Deutschland" macht auf einen Blick sichtbar,

- welche urbanen Bereiche die Zäsur der Fragmentierung überstanden haben

- wo genau sich die historischen Bauensembles oder Stadtlandschaften befinden, in denen die Zeit scheinbar stehen blieb

- welche steinernen Zeugen nach wie vor ihre Funktion als unverwechselbare Objekte räumlicher Identität und Urbanität erfüllen

- wo das legendäre „Haus in der Torstraße“ (Heinz-Joachim Draeger) noch zu finden ist


Wie: Die Realisierung des Projektes findet in sechs Schritten statt.

 Schritt 1: Analyse

stadtmorphologischer Strukturen

Beispiel Dresden vor der Zerstörung und nach Wiederaufbau (ca. 1987) (Quelle)


Schritt 2: Erfassung und Klassifizierung des historischen Gebäudebestandes

Beispiel Erfassung und Klassifizierung

(Ensemble Brüderstraße in Hamburg)


Beispiel Lübeck mit Überlagerung

einer Karte von 1750 (Seutter)



 Schritt 4: Darstellung der Stadtentwicklungsphasen

Beispiel Hamburg: Stadtentwicklungsphasen von 800 - 1628


Schritt 5: Rekonstruktion historischer Wege

Beispiel Hamburg: Rekonstruktion des ehemaligen Alsterverlaufes


 Schritt 6: Erstellung

interaktiver Karten

Beispiel Hamburg: interaktive Karten

mit verschiedenen Layern



Kollektives Gedächtnis

 

Erinnerungen an frühere Perioden und der Respekt vor den Leistungen früherer Generationen zur Identitätsfindung sind heute wichtiger denn je.

Eine kollektive Erinnerung an ein lokales, regionales oder nationales Erbe von den ältesten steinernen Zeugen (z.B. Porta Nigra) bis in die jüngste Gegenwart trägt wesentlich bei zur räumlichen Identität und Zusammengehörigkeit.

 

Nationaler Bildungsauftrag

 

Als ein Projekt von nationaler Bedeutung im Sinne eines Bildungsauftrages ist es sinnvoll, die Erfolge der lokalen Hamburg-Studie auf ganz Deutschland auszuweiten und der Allgemeinheit als Bildungsgut in Form interaktiver Karten zugänglich zu machen.

Alle Menschen wären überall in Deutschland sofort in der Lage, historische Ensembles, Viertel oder Einzelbauwerke mit besonderer Atmosphäre und dazu gehöriger Geschichte entdecken und erleben zu können.

 

Wie viele Münchner beispielsweise waren schon im Kölner Martinsviertel rund um die Salzgasse, wo sich trotz der „Operation Millennium“ mit über 1000 Bombern bis heute ein fast durchgängiges mittelalterliches Stadtbild bewahrt hat.

Oder umgekehrt:

Wie viele Kölner kennen die ehemalige Weinstube der Nationalsozialisten im Haus der Kunst in München, seinerzeit schon eine elegante, mondäne Bar ohne jeglichen Nazischmuck, die 2010 unter Bezugnahme auf die historischen Wandmalereien von 1937 in „Die Goldene Bar“ umgetauft wurde?

Um beim Beispiel Köln zu bleiben:

Der Kölner Dom ist weltweit bekannt, aber bereits die noch ältere Hahnentorburg als wuchtiger steinerner Zeuge der ehemals wichtigsten und größten Stadt Deutschlands ist deutlich weniger über die Stadtgrenzen Kölns hinaus bekannt.

Doch wer kennt das noch wesentlich ältere Römergrab in Köln-Weiden als eine der bedeutendsten Grabkammern der Römerzeit nördlich der Alpen aus dem 2. Jahrhundert?

 

Unser Anspruch ist es, im Sinne eines nationalen Bildungsauftrages, auch für die unzähligen weniger bekannten steinernen Zeugen der Vergangenheit in Deutschland ein Geschichtsbewusstsein zu bilden.

 

Aufruf zur Förderung und Kooperation

 

Als international bekannte Verleger und Autoren verschiedener Kartenwerke mit Deutschlandbezug, wie beispielsweise der Goethe-Atlas, die Hansekarte, die Bierkarte, der Atlas der Weinkulturen, der etymologische Atlas der Wahren Namen, die Pilgerkarte sowie zahlreicher interaktiver Kartenprojekte verstehen wir uns als Vermittler kultureller Besonderheiten in Deutschland.

Wir richten hiermit einen Appell an die Verantwortlichen in den Kultusministerien, sowie in den Denkmal- und Vermessungsbehörden, die Voraussetzungen zu schaffen, alle diesbezüglich bereits auf nationaler, föderaler und kommunaler Ebene vorhandenen Informationen bereitzustellen, um diese mit uns als Koordinatoren systematisch in einer nationalen Geodatenbank zusammenzutragen, die in ihrer Informationsfülle weit über bereits bestehende touristische Angebote oder Denkmalkataster hinausgehen wird.

Darüber hinaus ist jeder eingeladen, das Projekt mit Ideen und Fachwissen zu unterstützen.